Fotoreise

Herbsttour

Wer die Klamms im Allgäu und um Garmisch-Partenkirchen nicht kennt, sollte diese unbedingt einmal durchwandern!

Lange stand diese Tour durch die Klamms schon auf dem Plan. Durch Corona hat sich die Planung der Fotoreisen stark verändert. Nun haben wir diese Tour im Herbst 2021 gemacht. Wir, das sind meine Frau Angelika und ich mit meiner Kamera. Angelika ist die gute Seele dieser Fahrt und sorgt sich um unser Wohl. Sie gibt super Tips für das beste Fotowetter und checkt die Quartiere unterwegs. Außerdem dabei ist unser treuer Begleiter, der Hyundai i40 Kombi, der uns schon viele tausende Kilometer ohne Sorgen fortbewegt hat.

Die Fahrt führte uns über das Algäu-Gebirge um Oberstdorf direkt in die Umgebung von Garmisch-Partenkirchen, dann weiter nach Bled, dem slowenischen Juwel mit der Vintgar Klamm. Wir planten den Besuch der Wasserfälle rund um Oberstaufen und Sonthofen sowie das Durchwandern der Klamms bei Garmisch-Patenkirchen. Auf dem Rückweg machten wir halt in Schladmin und schauten auf den Dachstein.

 

 

Auf der Ehrwald Alm
Auf der Ehrwald Alm

 

 

12.9.2021

Die Fahrt ging heute in Hirschburg los und das Erreichen des ersten Quartiers in Hittisau in Österreich war problemlos. Nur um Ulm waren viele Autos unterwegs ...
Nach der über 1000 km Autobahnfahrt werden wir morgen ruhig rund um Hittisau wandern und die Engenlochschlucht begrüßen. Außerdem bekam ich gerade den Tipp, dass wir die Kalkgesteine bei Lingenau unbedingt besuchen müssen. Der Quelltuffhang ist einmalig.

 

13.9.2021

Da heute wunderbares Wanderwetter war, wurde der Plan verwirklicht. Der erste Blick heute war das Erleben des Quelltuff bei Lingenau. Nach einer sonnigen Wanderung hinunter in die Schlucht der Subersach bot uns der Blick auf den Quelltuffhang: Großartige Kalksintergebilde.

13.9.2021 nachmittags

Nach einer Mittagspause, in der durch die heutige kräftige Sonneneinstrahlung keine guten Fotos gelingen, ging die Wanderung entlang der Bolgenach. Das Ziel war die Engenlochschlucht. Somit steht das Programm für morgen. Den ersten Blick in die Bolgenach machten wir heute schon an der ältesten gedeckten Holzbrücke Voralbergs, die Brücke über die Kommaschlucht.

14.9.2021

Das Ziel heute war Sonthofen mit der Starzlachklamm und auf dem Rückweg eine Wanderung zum Scheuen Wasserfall. Die Fahrt ging von Hittisau über den höchsten Strassen-Pass zwischen Österreich und Deutschland, dem Riedbergpass. Herrliche Slalomfahrten führten über eine fantastische Höhe.

Wir kamen an der Starzlachklamm an und das "einchecken" war problemlos. An den schmalen Weg am Rande der Klamm hatte man sich schnell gewöhnt. Die erste Klamm war durchwandert. Es waren sehr interessante Blicke in die ausgehöhlten Steine, Gumpen und Wasserstrudel. Da diese Klamm wohl ein beliebter Ort für Wildwasserwandern ist, begegneten wir einige Gruppen, die sich mutig durch das wilde Wasser der Starzlach quälten.

 

 

 

Auf der Rückfahrt machten wir Halt bei der Alb Scheuen. Den Scheuenwasserfall wollten wir uns anschauen. Hier muss festgestellt werden, dass der Weg dorthin doch interessanter ... und anstrengender war, als nachher der Blick auf den Wasserfall. Über eine gewaltige Felswand stürzen die Wassermassen herunter - nach starkem Regen und Schneeschmelze, ok, heute quälte sich ein Rinnsaal über die Wand.

Der Blick ins Tal über die Alb Scheuen war herrlich. Die Wirtin der Alb, die bei unserem Rückweg noch kam, gab uns einen Gruß mit an unsere Quartiereltern auf dem Grubhof. Hier kennt sich wohl jeder, der eine Alb bewirtschaftet. Unser Hof bewirtschaftet 80 Schafe. Es heisst ab jetzt unser Schafsquartier und wir bilden uns ein, der ständige leichte Schafsgeruch ist gesund!
Interressant war auch das Durchlaufen der Alb Scheuen auf dem Rückweg. Heute war Ruhetag, aber das Schild " ... der Getränkeautomat ist im Brunnen" war für jedermann für eine Erfrischung gut. Wir haben uns eine Brunnen gekühlte Zitronenlimo gegönnt. Die Kasse des Vertrauens war gut gefüllt.

 

15.9.2021

Heute besuchten wir Oberstdorf. In dem Ort haben sich viele Fotointeressierte genau wie in Zingst auf dem Darß angesiedelt und der jährliche Fotogipfel begeistert.  

Die Breitachklamm ist wohl eine der interessantesten Attraktionen der Umgebung von Oberstdorf. Entsprechend begegneten wir viele Interessierte, die vom Parkplatz in die Klamm wanderten, die sich aber merklich über den gesammten Klammweg verteilten. Durch die Coronamassnahmen war ein Rundweg vorgeschrieben, der doch einige Zeit in Anspruch nahm. Außerdem waren die Steigungen unterwegs merklich.

Wir parkten auf dem Platz P2, da P1 immer überfüllt ist. Das ist im Moment egal, da der Rundweg auch hier vorbei geht. Wir haben es wie viele andere gut geschafft. Der Tag war mit dem Erlebnis, einmal durch die Breitachklamm gelaufen zu sein, gut ausgefüllt. Wer hier in der Nähe ist, wie wir, dazu noch Flachländer ist, wie wir, und noch nicht in die Klamm geschaut hat, wie wir, darf dieses Erlebnis nicht verpassen.

Ich habe viele Fotos gemacht, die Motive waren für mich zahlreich. Man vergisst unterwegs schnell die Zeit beim Betrachten der tosenden Wassermassen, der interessanten Strudel und der fantastischen Atmosphäre zwischen den Felsformationen.

Interessant waren die Aushöhlungen der Steine, eine jahrhunderte lange Einwirkung des Wassers, was immer wieder beeindruckend ist.

Immer wieder eine Faszination des Wassers, wenn es mit Donnern und Tosen durch die verengten Felswegen hindurchbraust und durch die Regeln der Physik eine gefährliche Geschwindigkeit entwickelt.
Die Zeichen der Wasserhöhen von den letzten Jahrzehnten lassen nur ahnen, wie gewaltig die Kräfte der durchfließenden Wassermassen wirkten. Die Informationen der Überschwemmungen vom August dieses Jahres sind immer noch allgegenwärtig.

16.9.2021

Heute war es regnerisch. Ich wollte sowieso eine kleine Ruhepause einlegen. Die Fahrt über den Riedbergpass heute war triefend nass, die Blicke Wolken verhangen. So eine richtige Edgar Wallace Stimmung ...
In Sonthofen das notwendige eingekauft und die Wanderung zum Hinanger Wasserfall abgeblasen, da Steinmassen am Wasserfall herunter gestürzt sind.
Also Einpacken und die Fahrt für morgen nach Lermoos checken, unser nächstes Quartier.

17.9.2021

Ein letzter Blick auf Hittisau und die Fahrt führte über herrliche österreichische Bergstrassen entlang der Grenze zu Deutschland über 1700 m Höhe mit erste Blicke auf die Berge rund um die Zugspitze bis nach Lermoos.
Ganz interessant war die Durchfahrt von Obergiblen. Wer kennt schon den Ort. Ich kannte ihn nicht, weiß aber jetzt, dass er der Geburtsort der Geierwalli ist. Man kann zum Geburtshaus wandern.

18.9.2021

Kurz entschlossen, vor allem nach der Wetterlage entschieden, wurde der Marsch entlang der Partnach für heute geplant. Die Klamm des Flusses ist schon verlockend. Wenn man noch keine Wanderung entlang dieses ungewöhnlichen Wasserlaufs gemacht hat, ist die Erwartung nach den ganzen touristischen Informationen groß. Es war ein erlebnisreicher Tag, das kann ich schon mal voraus uneingeschränkt sagen.

Wie immer bei solchen besonderen Touren, sollte man beachten, viele andere Interessierte wollen auch durch die Klamm. Dementsprechend und auch wegen dem Licht am Morgen heist es früh aufstehen. Wir waren um 8 Uhr auf dem Parkplatz an der Skisprungschanze. Also ganz nebenbei werfen wir einen Blick auf eine der Schanzen der Vierschanzentournee. Für mich war es der erste Liveblick hier vor Ort.

Nun noch eine Wanderung von ca. 2 km bis zur Kasse und kurze Zeit später war wir mitten drin in dem Rauschen und in dem Getöse des Wassers der Partnach, wenn dieses durch die Felsspalten schießt, in das es sich eingegraben hat. Es war schon ein in Erinnerung bleibender Blick voller Erfurcht vor den Naturgewalten. Die Momente entlang der Felswand, teilweise durch dunkle Tunnel, waren fotointensiv. Ich ertappte mich öfters, wie ich ganz in Gedanken versunken in das brausende Wasser starrte. Es wirkte auf mich faszinierend, aber doch irgentwie entspannend.

Nach dem ersten Durchlaufen der Klamm wanderten wir auf die Partnachalm, saßen in der herrlichen Septembersonne auf der Terrasse mit einem ergreifenden Blick auf die Berge. Aber diese Belohnung war verdient, denn der Aufstieg war für einen Flachländer doch heftig. Und wer denkt, der Abstieg dann wieder zum hinteren Klammeingang ist leichter, nicht ganz, man mußte schon aufpassen ...

Der Rückweg durch die Klamm war dann nicht mehr ganz so angenehm, da uns nun zahlreiche Touristen aus vielen Ländern entgegen kamen. Der Felsenweg war nicht sehr breit. Gern habe ich da an die ruhige Wanderung früh morgens gedacht mit vielen angenehmen Fotostops.

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